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Koschyk: Volkstrauertag ist ein Tag des Gedenkens und der Mahnung zum Frieden!
11. November 2011
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Der Volkstrauertag ist in Deutschland ein staatlicher Gedenktag und gehört zu den „Stillen Tagen“. Er wird in der Bundesrepublik Deutschland seit 1952 zwei Sonntage vor dem Ersten Advent begangen und erinnert an die Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Die zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag veranstaltete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch in diesem Jahr im Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Berlin. Die Gedenkstunde steht traditionell unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hatte den Volkstrauertag eingeführt und 1922 fand die erste offizielle Feierstunde in Berlin statt. Heute betreut der Volksbund im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa zwei Millionen Kriegstoten auf über 827 Kriegsgräberstätten in 45 Staaten. Bundeswehrsoldaten und Reservisten unterstützen den Volksbund durch Arbeitseinsätze auf in- und ausländischen Kriegsgräberstätten, bei der Organisation von Gedenkveranstaltungen sowie der Haus- und Straßensammlung. Die Bundesregierung hat zugesagt, dass die Bundeswehr auch nach ihrer Umstrukturierung den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wie bisher in vollem Umfang unterstützen wird.

Es ist von größter Bedeutung, dass die Bundesregierung und unsere Bundeswehr den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und seine Arbeit unterstützt und der Volkstrauertag jedes Jahr aufs Neue symbolisch auch im Deutschen Bundestag begangen wird. Der Volkstrauertag ist ein Gedenktag für alle Opfer und Gefallenen, aber auch ein Tag der Trauer in Solidarität mit den Verletzten und Hinterbliebenen. Er ist eine Mahnung zur Versöhnung, zur Verständigung, zur Toleranz und zum Frieden.

Täglich sterben an vielen Orten unserer Welt tausende Menschen in bewaffneten Auseinandersetzungen, ohne dass wir nur die tatsächliche Zahl der Opfer erahnen können. Erstmals seit Jahrzehnten wird sich auch unsere Gesellschaft wieder des Krieges bewusst. Insbesondere dann, wenn wir der jungen deutschen Soldaten gedenken, die heute in Afghanistan oder in anderen Teilen der Welt im Auftrag der Vereinten Nationen ihr Leben riskieren.

Der Volkstrauertag bedeutet nicht nur „Rückschau“ und „Traditionspflege“. Er ist auch ein sehr aktueller Gedenktag. Der Volkstrauertag schützt uns nicht nur vor dem Vergessen und Verdrängen der nationalsozialistischen Diktatur in Deutschland, sondern führt uns auch den Wert unseres freiheitlich-demokratischen Staates und der europäischen Einigung vor Augen, die dem festen Willen entsprang, das Zeitalter der Kriege zu überwinden und dauerhaften Frieden auf unseren Kontinent zu schaffen.

Der Volkstrauertag ist ein Tag des Gedenkens und der Mahnung zum Frieden! Die Botschaft des Volkstrauertages lautet: Gegen Krieg und Gewalt und für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Der Volkstrauertag lässt uns den Wert des Lebens erkennen und zum Ausdruck bringen, dass wir uns als Gemeinschaft empfinden, die sich zu Frieden, Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit bekennt! Ich halte den Volkstrauertag gerade auch in unserer heutigen Zeit von größter Bedeutung. Die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge findet meine vollste Unterstützung!

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