Allgemein Für die Region
Der Meister muss bleiben – Qualitätssiegel darf nicht verwässert werden / Erlebniswelt Handwerk lockte viele tausend Besucher in die Bayreuther Innenstadt
30. Juni 2014
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Dekan Hans Peetz, Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk, Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe, HWK-Präsident Thomas Zimmer und der Obermeister der Bäckerinnung Michael Rindfleisch (von rechts) kosten unter der Aufsicht des professionellen Brotprüfers Michael Isensee verschiedene Brotsorten aus der Region

Bayreuth. Auch wenn das oberfränkische Handwerk derzeit gut dasteht: „Solche Plattformen sind für uns absolut notwendig“, sagt Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken. Schließlich benötige man dringend Nachwuchs. Und der soll sich beim Handwerkermarkt erst einmal den nötigen Appetit holen.

Viele tausend Besucher hat am Wochenende der 11. „Maestro-Handwerkermarkt“ in die Bayreuther Innenstadt gelockt. Über 50 Handwerksunternehmen aus der Region verwandelten dabei den Marktplatz in eine große Erlebniswelt Handwerk. Mehr als 20 verschiedene Handwerksberufe waren diesmal vertreten, die Betriebe informierten zu Themen wie Bauen und Wohnen, Energie, Gesundheit, Kunsthandwerk oder Genuss.
Das Besondere am Maestro-Markt: Die Besucher konnten sich an den Messeständen bei den Meistern persönlich informieren und beraten lassen, Technikvorführungen und lebende Werkstätten besuchen, die Spezialitäten der Bäcker, Metzger und Brauereien genießen oder kunsthandwerkliche Produkte von Meisterhand für Garten und Wohnung erwerben. „Das ist Meisterhandwerk zum Anfassen, ganz nach der Idee der alten Jahrmärkte, die früher ein zentraler Treffpunkt für die Region waren“, sagt Handwerkskammerpräsident Thomas Zimmer.

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So wird ein Dach gedeckt: HWK-Präsident Thomas Zimmer und Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe beim Selbstversuch, rechts blickt HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller beiden über die Schulter

Der Präsident hatte zur Eröffnung aber auch einige handwerkspolitische Themen im Gepäck. Schon 2004 sei auf Drängen Europas die Pflicht zum Meisterbrief auf 41 Gewerke reduziert worden. Nun werde schon wieder über den Meisterbrief diskutiert, wo er doch die beste Garantie gegen Jugendarbeitslosigkeit ist. Ein bundesspolitisches Thema war die Forderung, dass der Mindestlohn von 8,50 Euro erst ab dem 25. Lebensjahr gelten soll, dass man an der Rentenschraube nicht noch weiter nach unten dreht und dass neue steuerliche Anreize für die energetische Gebäudesanierung geschaffen werden sollten. Auch Bayreuths Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe machte sich für den Meisterbrief stark. „Der Meister muss bleiben“, sagte sie, und weiter: „Ich glaube nicht, dass den Menschen gedient ist, wenn der Meisterbrief als Qualitätssiegel verwässert wird.“
Der Marktplatz bot auch in diesem Jahr wieder den Rahmen für die beliebte Genussinsel, die von Bäckereien, Metzgereien und Brauereien aus der Region betrieben wurde. Brotzeiten und Braten, frisch gebackene Kuchen, Küchla und Spritzkuchen, die Genussregion Oberfranken hatte für jede Tageszeit den passenden Genuss parat. In Kooperation mit der Stadt Bayreuth gab es im Ehrenhof des markgräflichen Alten Schlosses den mittlerweile 25. Bayreuther Blumenmarkt, kombiniert mit der „Keramika“, einer Sonderschau von Töpfereien aus der Region. Die oberfränkischen Töpfer präsentieren dort ihre Design-Ideen für Haus und Garten, eingebettet in ein Meer aus Blumen und Pflanzen, das von den Bayreuther Blumengeschäften und Gärtnereien aufgebaut wurde.

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Parallel zum „Maestro- Handwerkermarkt“ gab es am Wochenende in Bayreuth auch das 1. Bayreuther Lernfest, ein von vielen Bildungsträgern und der Stadt initiierter, bunter Kreativ- und Mitmachtag mit Spiel und Spass für die ganze Familie rund um das Bildungszentrum RW21, das Evangelische Bildungswerk und die Hofgartenpassage.

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